
Heute ist Donnerstag, und sie hat den Tisch gedeckt, bevor sie nachdenken konnte. Sechzig Jahre lang hat sie jeden Donnerstag mit ihrer besten Freundin Grete Canasta gespielt. Jetzt schreibt sie ihr, mit dem alten Kartenspiel vor sich und dem zweiten Stuhl, den sie nicht wegräumt.
Die Ecken der Karten sind ganz weich geworden, auf der Herzdame ist noch der Kaffeefleck von dem Sonntag, an dem Heinrich die Tasse umgestoßen hat. Auf dem Block mit den Punkteständen liegt Grete auf der letzten Seite vorn. Die beiden hatten eigene Regeln, mit dem roten Dreier und einem Extrapunkt für das letzte Wort, und die stehen in keinem Heft.
Ein Brief über eine Freundschaft, die ein Leben lang gehalten hat, auch durch einen Sommer, in dem sich die beiden nicht grüßten, und über eine Hand, die heute gut gewesen wäre.

























