
Beim Ausräumen des Schreibtischs findet eine Großmutter ihr altes Briefmarkenalbum, dunkelgrün, der Rücken gerissen. Sie schreibt an ihren Enkel Felix, der auf einem anderen Kontinent aufgewachsen ist und den sie in seinem ganzen Leben dreimal gesehen hat.
Jede Marke hat sie über warmem Wasser abgelöst, zwischen Löschpapier getrocknet und in kleine Pergamintaschen geschoben. Eine Seite hat sie für Kanada angelegt, drei Marken sind darauf, und aus Australien kamen ein gelb-schwarzer Vogel, ein Schiff und eine Brücke. Die meisten Taschen sind leer geblieben. Sie hatte sich vorgestellt, das Album eines Tages mit ihm zusammen anzusehen, nachmittags, am Tisch.
Ein Brief über eine Großmutter, einen Enkel in der Ferne und ein Album, in dem man vor allem das Fehlen ordnet.

























