
Heinrich ist seit vielen Jahren tot, aber auf seiner Seite des Bettes steht noch sein kleiner Reisewecker mit dem spröden Lederbezug, neben der Lampe, wo er immer stand. Seine Frau hat ihn seit Jahren nicht aufgezogen. Und trotzdem hört sie ihn nachts ticken.
Der Drehknopf ist an der Stelle blank, wo Heinrich ihn jeden Abend mit zwei Fingern gedreht hat. Der Wecker geht acht Minuten vor, das hat er von Anfang an getan, und Heinrich wollte es so, damit man nichts verpasst. Sie rechnet bis heute im Kopf um. Als die Schwiegertochter ihn für die Enkel mitnehmen will, sagt sie nur: Lass ihn stehen, der gehört dahin.
Ein zärtlicher Brief über eine lange Ehe, eine freie Bettseite und ein leises Geräusch, das eine Nacht davor bewahrt, ganz leer zu sein.

























