
Jonas lebt am Meer, weit weg, in einer anderen Zeitzone. Seine Mutter hat im Laden gelernt, wie das mit dem Videotelefon geht: auf das grüne Symbol drücken, dann klingelt es bei ihm. Trotzdem schreibt sie ihm einen Brief, von Hand, am Küchentisch.
Zu Hause ist alles, wie es war. Der Birnbaum trägt mehr, als sie verwerten kann, die Nachbarin bekommt zwei Gläser Mus, und über dem Bett im alten Kinderzimmer hängt noch die Landkarte mit den Stecknadeln, mit denen der Junge geplant hat, wohin er einmal will. Wenn sie abends die Kanne aufsetzt, fängt bei ihm gerade der Morgen an.
Ein warmer Brief über eine Mutter, einen Sohn in der Ferne und einen Stolz, den man niemandem geben kann.

























