
Heute Morgen hat sie den obersten Knopf ihrer Bluse nicht mehr zubekommen. Da hat eine Frau von neunundachtzig ihre Hände angeschaut, zum ersten Mal seit langer Zeit, und sie schreibt an das Mädchen, das sie mit sechzehn war.
Das Mädchen fand seine Hände hässlich, zu groß und zu rot vom Spülwasser, und hat sie versteckt, in den Ärmeln, hinter dem Rücken, unter dem Tisch. Die alte Frau erzählt ihm, was diese Hände in all den Jahren getan haben: Kartoffeln geschält, ein fieberndes Kind durch die Nacht getragen, Wäsche im kalten Wasser gewrungen, einen Garten umgegraben, als es nichts zu kaufen gab, und am Ende eine Hand im Krankenhaus gehalten.
Ein warmer Brief über ein langes Leben, einen Ring, der nicht mehr abgeht, und eine Tasse Kaffee am Morgen.

























