
Morgen früh muss Hannes in die Klinik. Er schläft schon, und seine Frau sitzt noch am Küchentisch, vor sich das blaue Hemd, das er immer nimmt, wenn er gut aussehen will, ohne dass es jemand merken soll. Der zweite Knopf hängt seit dem Sommer an einem Faden.
Sie näht ihn an, mit dem dicken Garn aus der Blechdose, das noch von seiner Mutter ist, fünfmal durchgezogen, mehr als nötig. Die Tasche im Flur ist längst gepackt: zwei Schlafanzüge, die guten Hausschuhe, das Buch, das er seit Ostern nicht weiterliest, ein kleines Foto von einem Tag am See. Und dazwischen kommen ihr Dinge in den Sinn, die nichts miteinander zu tun haben, etwa der Tag, an dem die beiden eine Waschmaschine in den dritten Stock getragen haben.
Ein zärtlicher Brief über eine lange Ehe, eine Nacht vor der Klinik und einen Knopf, der fester sitzt als alles andere im Haus.

























