
Eine blaue Zahnbürste, mittelweich, steht mit zwei anderen im Glas über dem Waschbecken. Sie kennt Kilian von innen: achtundzwanzig Zähne, jeden mit Vornamen. Der oben links hinten heißt Wolfgang und ist schwer zu erreichen.
Kilian schafft morgens vierundvierzig Sekunden statt der empfohlenen zwei Minuten, seine Mitbewohnerin elf. Aus Spinatfäden, Popcornhüllen und einem einzelnen Sesamkorn setzt die Zahnbürste seinen Tag zusammen. Und weil Kilian beim Putzen mit dem Spiegel redet, kennt sie die Sätze, die er für seinen Bruder Tobias übt, mit dem er nicht mehr spricht. Sie enden immer genau da, wo sie losgehen müssten.
Eine Folge über die Frage, ob man jemanden kennen kann, dessen Lächeln man nie zu sehen bekommt, über Schweineborsten, Nylon und einen Zweierpack im Schrank.





















