
Ein Geldautomat in einer Nische zwischen Apotheke und Reisebüro, geöffnet immer. Sein Wortschatz umfasst dreiundsechzig Sätze, und jeder beginnt mit Bitte. Sehen kann er nichts, aber jede Taste verrät ihm, wie fest, wie lange und wie oft jemand drückt. Am Druck eines Fingers erfährt er mehr als andere am Gesicht.
Er kennt die Schnellen, die ihre Geheimzahl tippen wie Pianisten, und die Suchenden, die zwischen den Ziffern im Kopf durch ein altes Haus gehen. Er kennt jeden Kontostand und verrät keinen. Dazu erzählt er die Geschichte, warum Geheimzahlen angeblich vier Ziffern haben: Der Erfinder wollte sechs, doch seine Frau konnte sich nur vier merken.
Und dann ist da die Freitagsfrau, jeden Freitag um Viertel nach vier, immer vierzig Euro, nie ein Beleg. Eine Folge über Geld, das in die Welt hinausgeht, über einen Automaten, der nie erfährt, wohin, und darüber, was man von jemandem weiß, den man nur als Betrag kennt.





















