
Eine Fußgängerampel an der Ecke Mühlenstraße und Kastanienallee. Sie leuchtet nach beiden Seiten und sieht dabei nichts. Was sie über die Leute weiß, kommt durch den Taster: Der Höfliche drückt einmal, der Ungeduldige fünfmal. Die Anforderung ist übrigens nach dem ersten Mal gespeichert. Das fünfte Mal ist Dekoration.
Ihre Grünzeit ist auf einen Menschen gebaut, der einen Meter pro Sekunde geht, und den hat sie noch nie getroffen. Frau Mrosek erkennt sie am Knöchel, jeden Morgen um zwei Minuten vor sieben, und wenn ein Kind danebensteht, darf es auf den Taster hauen, so oft es will. Die Ampel erzählt von ihrer Vorfahrin, die 1868 mit Gaslampen vor dem Parlament in London stand, und von einem Mann, der nachts um drei an der leeren Straße auf Grün wartet.
Eine Folge über Regeln, auf die sich alle verabredet haben, und über einen Dienstag im Oktober, an dem das Rot nicht mehr aufhört.





















