
Ein Bierdeckel, gut zehn Zentimeter rund, elf Abende im Dienst, wo der Durchschnitt bei einem liegt. Er heißt Deckel und liegt unten. Das ist der erste Fehler in seiner Stellenbeschreibung, und der ist über hundert Jahre alt.
Er spürt Gewicht, Kälte, Nässe und das Brummen der Stimmen durch die Tischplatte. Am Glas erkennt er den Abend: Schwer und lange stehen gelassen heißt, es wird geredet. Nervosität sitzt in den Fingern, die ihn drehen, vierundzwanzig Vierteldrehungen in zehn Minuten. Nadine, die Kellnerin, führt auf seinem Rand Buch, Strich für Strich. Arne von Tisch sieben knibbelt ihn jeden Donnerstag in Streifen. Und Tisch sieben hat ein kurzes Bein, links hinten.
Eine Folge über eine Kneipe von unten, über einen Zeugen, der nicht bestechlich ist, nur leicht feucht, und über einen Donnerstag, an dem ein Bierdeckel einen Beruf bekommt, in dem es auf ihn ankommt.





















