
Eine Tupperdose, eineinhalb Liter, oval, Baujahr 1983 und bis heute dicht. Wenn Marlies den Deckel in der Mitte zudrückt, atmet sie aus. Sonntagabend kommt heiße Linsensuppe hinein, und am Montag sitzt der Deckel so fest, dass Marlies ihn mit dem Daumennagel anhebeln muss. Links, immer zuerst die Ecke.
Sechsundzwanzigmal ist die Dose verliehen worden, und sie kommt nie leer zurück: mal mit Zitronenkuchen, mal mit Bohnen, einmal mit einem einzelnen Zimtstern im August. Auf ihrem Boden klebt ein Streifen Kreppband mit Marlies' Namen. Sie erzählt von Tupperpartys, von Earl Tupper und Brownie Wise, von einem Gemeindefest mit vierzig beigen Dosen und von sechs Wochen hinter einem fremden Sofa.
Eine Folge über Nachbarschaft, über einen neuen Mieter im dritten Stock, dessen Herd erst in drei Wochen kommt, und über die Frage, wie oft man eine Dose zurückbringen muss, bis sie wirklich jemandem gehört.





















