
Mit Kornmann, Rosi, Detlef, Jule und Lührs
Rosis Trolley fährt gerade im Kofferraum ihres Enkels zum Handballturnier, und mit ihm die ganze Brandung. Dabei steht heute ein Seestück an: „Die letzte Fahrt der Seeschwalbe“, in 3 Wellen, mit einem Fischkutter, einem Orkan und einem Kapitän, der zwischen Fang und Mannschaft wählen muss. Für Kornmann ist ein Seestück ohne Brandung wie Latein ohne Ablativ.
Detlef ist endlich Kapitän Ohlsen und lobt seinen alten Kutter wie einen Gebrauchten: kein Rost, nur Patina. Jule spielt den Schiffsjungen Moses und ahnt, dass der Name im Gemeindehaus Ärger gibt. Und Kornmann hat Verstärkung geholt: Herrn Lührs aus dem Seniorenheim, 50 Jahre zur See gefahren, nun Smutje im Werk, mit Zwieback für die Mannschaft und festen Ansichten. Steuerrad, sagt er, sagen nur Landratten.
Rosi holt die See aus der Besenkammer: einen Putzeimer mit Wasser, einen Wischmopp, den Staubsauger vom Kirchencafé als Sturm und die Posaune von Herrn Pöhlmann als Nebelhorn. Spielen kann sie die nicht, aber ein Nebelhorn kann das auch nicht. Dann piept im Hafen die Kaffeemaschine, der Smutje meldet pflichtbewusst Kaffee für 40 Mann, und der alte Maschinist gibt dem Staubsauger heimlich etwas mehr Luft. Für Kornmanns Schlussmonolog, 3 Seiten in 2 Wochen geschrieben, wird es im Nebel gefährlich.
Eine Folge von „Ruhe Aufnahme“ über eine Sturmflut ohne Trolley, über einen Seemann, der es immer besser weiß, und über Kaffee, der auch beim Orkan gemeldet werden muss.








