
Mit Sanne
Klack, klack macht der Blinker, und Sanne hört es zum ersten Mal. Sie ist Floristin mit eigenem Laden in der Hauptstraße, und heute Morgen wurde ihr Cochlea-Implantat eingeschaltet. Jetzt sitzt sie im Regen auf dem Klinikparkplatz und redet mit ihrem Autole, das sie seit dreizehn Jahren fährt und das nach dem Ausmachen offenbar noch tickt.
Sechs Jahre war sie ganz taub, davor zwanzig Jahre halb. Die Wünsche ihrer Kundschaft hat sie vom Mund abgelesen: Tulpen, gelb, zum Siebzigsten, ohne Grünzeug. Überredet hat sie am Ende ihre Tochter Julia, mit einem Zettel. Nun klingt der Regen wie Fett in der Pfanne, alle Menschen wie Micky Maus unter Wasser, und ihr Mann Rolf soll ihr ab sofort jeden Abend vorlesen. Auf dem Handy wartet eine Nachricht von ihm, dreimal neu angefangen.
Eine Folge über ein Gehirn, das erst wieder lernen muss, was was ist, über raschelndes Seidenpapier und über einen Parkplatz, auf dem plötzlich alles Geräusche macht. Eine erfundene Geschichte, gesprochen mit künstlicher Stimme.




