
Mit Uschi, Timo und Petra
Die Brandt-Zwillinge aus dem vierten Stock gibt es nur im Doppelpack. Vierzig Jahre lang hat Uschi die beiden nicht ein einziges Mal getrennt gesehen, nicht beim Bäcker, nicht beim Wählen, nicht einmal beim Zahnarzt. Und jetzt steht eine von ihnen allein an der Bushaltestelle gegenüber der Konditorei, im grünen Mantel, mit Brosche.
Am Stammtisch am Fenster beginnt sofort die Ermittlung. Timo, Altenpfleger und unverbesserlicher Romantiker, tippt auf eine Verabredung. Petra, Kriminalkommissarin im Ruhestand, rechnet mit einem Erbschaftsstreit um Sparbuch und Anbauwand. Und Uschi, vierzig Jahre Briefträgerin im Viertel, weiß genau, welche der beiden Schwestern ihre Siebenen mit Strich schreibt.
Als die Frau im grünen Mantel dann die Straße überquert und geradewegs auf Bernds Theke zusteuert, kommt am Tisch eine Fähigkeit ans Licht, von der Uschi und Timo noch nie gehört haben. Dazu gibt es einen Käsekuchen, den Petra schon aus zwei Metern Entfernung für trocken erklärt, und eine Kaffeemaschine, die Bernd immer dann anschaltet, wenn es spannend wird.
Eine warme, komische Folge von „Noch ein Stück“ über zwei Schwestern, die seit vierundsiebzig Jahren alles teilen, über eine Torte mit Schrift darauf und über die Frage, was man einem Menschen schenkt, der ein Leben lang an der eigenen Seite war.

