Parzelle 27

Drama, 12 Minuten, zärtlich

Margret kommt mit Müllsäcken in den Schrebergarten ihres verstorbenen Mannes Werner. Sie will seine Sachen durchsehen und den Pachtvertrag kündigen. Da grüßt Horst von der Parzelle nebenan und bietet ihr Kaffee an, der schon den ganzen Nachmittag auf dem Zaun steht. Dann zeigt er ihr, was Werner alles gepflanzt hat, vom Rittersporn bis zu den Himbeeren am Hauptweg.

Wer spricht

Margret
Werners Witwe. Sie will seinen Garten auf Parzelle 27 auflösen.
Horst
Der Nachbar von Parzelle 28. Er hat jeden Samstag mit Werner Kaffee getrunken, den Zaun dazwischen.

Gut zu wissen

  • Laut Bundeskleingartengesetz endet der Pachtvertrag eines Kleingärtners mit Ablauf des Monats nach seinem Tod. Hatten Eheleute gemeinsam gepachtet, läuft er mit dem Partner weiter. Der kann binnen eines Monats in Textform erklären, dass er aufhören will.
  • Eine Benjeshecke wie die hinten in Werners Garten ist ein Wall aus Totholz und Reisig zwischen zwei Reihen Pfosten. Mit der Zeit tragen Vögel Samen hinein, und sie begrünt sich oft von selbst. Der Name geht auf die Brüder Hermann und Heinrich Benjes zurück.
  • Der Schrebergarten trägt den Namen des Leipziger Arztes Moritz Schreber. Der erste Schreberverein gründete sich 1864, drei Jahre nach seinem Tod, und richtete einen Spielplatz für Kinder ein. Beete kamen am Rand erst ab 1868 dazu.

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Parzelle 27

Ein Hörspiel von Nachklang. 12 Minuten.