Tübingen, im März 2023. Die Biologin Cora sitzt an ihrem viel zu großen Eichenschreibtisch, vor sich Bodenproben aus dem Schönbuch, draußen die Platane und der Neckar. Sie beginnt ein Experiment: ein sensorisches Archiv, gesprochen in ein Diktiergerät. Der erste Eintrag ist Kaffee, Arabica bei zweiundneunzig Grad, danach folgen Regen, frisches Brot und Licht.
- Cora
- Biologin an der Universität Tübingen, Molekulare Ökologie. Sie spricht ihr Archiv in ein Diktiergerät.
- Farah
- Coras Nachbarin aus dem zweiten Stock, die mit den Tonscherben und dem zu lauten Radio.
Gut zu wissen
- Das Wort Petrichor für den Geruch von Regen ist erst 1964 entstanden. Isabel Joy Bear und Richard Thomas von der australischen Forschungsorganisation CSIRO prägten es in der Fachzeitschrift Nature.
- Wozu Bodenbakterien Geosmin herstellen, zeigte 2020 eine Studie in Nature Microbiology: Der Erdgeruch lockt Springschwänze an, winzige Bodentiere. Sie fressen von den Bakterien und tragen deren Sporen weiter.
- In Versailles sammelt die Osmothèque seit 1990 Düfte, nach eigenen Angaben mehr als 4.000 Parfums. 800 davon gibt es nicht mehr zu kaufen, die Osmothèque mischt sie nach der Originalformel neu.