Markus Brenner war vierzehn Jahre Lehrer für Deutsch und Geschichte. Heute hat er ME/CFS, und an diesem Morgen schätzt er seine Kraft auf fünfunddreißig Prozent. Duschen kostet zwölf, Anziehen fünf. Um vierzehn Uhr kommt der Gutachter, der über seine Rente entscheidet, und bis dahin muss es reichen.
- Markus Brenner
- Früher Lehrer. Heute schreibt er in ein liniertes Notizbuch, was jeder Handgriff kostet.
- Renate
- Seine Mutter. Sie ruft an, macht sich Sorgen und hat viele Ratschläge.
- Dr. Weidner
- Medizinischer Gutachter der Rentenversicherung. Er kommt um vierzehn Uhr.
- Erzähler
- Begleitet Markus durch den Tag.
Gut zu wissen
- In Deutschland leben schätzungsweise 650.000 Menschen mit ME/CFS. Etwa ein Viertel von ihnen kann das Haus nicht mehr verlassen.
- Typisch ist die Belastungsintoleranz, im Hörspiel nennt Markus sie Post-Exertional Malaise: Schon kleine Anstrengungen können die Beschwerden für Tage verschlimmern. Darum teilen viele Betroffene ihre Kraft so genau ein wie Markus.
- Viele chronisch kranke Menschen erklären ihren Alltag mit der Löffel-Theorie von Christine Miserandino aus dem Jahr 2003: Jeder Tag hat nur eine bestimmte Zahl Löffel, und jede Handlung kostet welche. Markus rechnet in Prozent.
- Die Weltgesundheitsorganisation führt ME/CFS seit 1969 als neurologische Erkrankung.