Drei Minuten vor der Welt

Mystery, 22 Minuten, melancholisch

Ein trüber Novembervormittag in Greifsrade, Schleswig-Holstein. Der Uhrmachermeister Reinhold Wenthin kommt zur Dorfkirche Sankt Nikolai, um die Turmuhr zu eichen. Die Zeiger stehen auf drei nach elf, dabei ist es erst drei vor. Oben im Turm tickt ein Uhrwerk von Weule aus dem Jahr 1893, und es geht seit vielen Jahren drei Minuten vor.

Wer spricht

Reinhold Wenthin
Uhrmachermeister für Kirchturmuhren, einundsechzig. Um den Hals trägt er einen kleinen Messingschlüssel.
Matthias Brückner
Pfarrer von Sankt Nikolai seit 2011. Er steigt in den Turm, als der Uhrmacher schon oben ist.
Gerda Thomsen
Küsterin und Kirchenpflegerin, dreiundsiebzig. Sie schließt Wenthin die Kirche auf.
Erzähler
Führt vom Kiesweg hinauf bis in die Uhrwerkskammer.

Gut zu wissen

  • Die Turmuhrenfabrik J. F. Weule gab es wirklich. Von 1848 bis 1953 lieferte sie aus Bockenem in Niedersachsen Turmuhren und Glocken in alle Kontinente. Das Turmuhrenmuseum Bockenem zeigt heute 40 restaurierte Uhren, die alle noch funktionieren.
  • Die Graham-Hemmung, die Reinhold im Turm erkennt, entwickelte der Londoner Uhrmacher George Graham um 1715 für Pendeluhren. Graham liegt in der Westminster Abbey begraben, im Grab von Thomas Tompion, in dessen Werkstatt er gearbeitet hatte.
  • Die Turmuhr im Hörspiel stammt von 1893. In diesem Jahr bekam Deutschland eine einheitliche Zeit: die mittlere Sonnenzeit am 15. Grad östlicher Länge, die heutige MEZ. Vorher regelten die einzelnen Staaten ihre Zeit jeweils selbst.

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Drei Minuten vor der Welt

Ein Hörspiel von Nachklang. 22 Minuten.