Die letzte Seite

Drama, 17 Minuten, tröstlich

Vier Uhr morgens, später Oktober, im Park am Kastanienweg. Gerold Schäfer, einundsiebzig, sitzt mit Thermoskanne und Notizbuch auf seiner Bank. Links notiert er die Uhrzeit, rechts, was er im Wohnblock gegenüber sieht: Um vier Uhr sieben macht Frau Kessler als Erste Licht. Dabei spricht er mit Margret, die das Buch 1998 angefangen hat.

Wer spricht

Gerold
Er sitzt jeden Morgen um vier auf seiner Parkbank und kennt jedes Fenster im Wohnblock gegenüber.
Erzähler
Begleitet Gerold durch den frühen Morgen im Park.

Gut zu wissen

  • Das Deutsche Tagebucharchiv in Emmendingen sammelt seit 1998 Tagebücher, Lebenserinnerungen und Briefe ganz gewöhnlicher Menschen. Anfang 2026 waren es über 28.600 Dokumente. Wer Aufzeichnungen aus einem Nachlass hat, kann sie dort anbieten.
  • In vielen Städten kann man eine Parkbank stiften, mit eigenem Text auf einem Schild, etwa zur Erinnerung an einen Menschen. In München kostet das 1.000 Euro. In Köln haben knapp 2.000 Menschen bei der Aktion „1000 Bänke für Köln“ mitgemacht.
  • Krähen merken sich Gesichter. 2006 fing der Biologe John Marzluff in Seattle mit einer Maske sieben Krähen. Trug er die Maske später wieder, schimpften viele Krähen, auch nie gefangene. Erst 2023, nach 17 Jahren, blieb es still.

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Ein Hörspiel von Nachklang. 17 Minuten.